Erfahrungsbericht eines Betroffenen zum Leben mit Luft-/Wasser- Wärmepumpen in der Nachbarschaft
Wenn eine Anlage in unmittelbarer Nachbarschaft installiert wurde, ist es bereits zu spät.
Diese leidvolle Erfahrung mussten wir machen, nachdem wir regelrecht mit diesen Anlagen
umzingelt wurden.
Zunächst erfolgte der Betrieb von 2 Anlagen auf einem Nachbargrundstück in einer Entfernung
von rd. 30 m. Schleichend in den Folgemonaten trafen uns gesundheitliche Beschwerden wie:
– Gelenk- und Muskelschmerzen
– Rückenbeschwerden
– nicht lokalisierbares Brummen / Dröhnen in den Schlafräumen
Dass diese Beschwerden mit dem nachbarlichen Anlagenbetrieb in Verbindung stehen könnten,
vermuteten wir anfangs nicht.
Orthopädische Untersuchungen ergaben keinen Befund.
In der Folge wurde auf einem weiteren, direkt angrenzenden Grundstück eine Luft-/Wasser-
Wärmepumpe zu einem Neubau errichtet.
Die außen stehende Anlage befindet sich in einem Abstand von 10 m zu unseren Schlafräumen.
Der Abstand der Wärmepumpe zum Haus des Nachbarn beträgt hingegen über 20 m.
Mit dem Tag der Inbetriebnahme dieser Luft-/Wasser-Wärmepumpe war es schlagartig mit unserer
Nachtruhe vorbei.
Die Betreiber teilten uns auf Anfrage mit, dass z. Z. das Programm zum Aufheizen des Estrichs gefahren
werden müsse, was ca. 1 Woche dauert. Nach dieser Woche ergab sich jedoch keine Veränderung. Das Estrichprogramm (ununterbrochener
Dauerbetrieb) dauerte ca. 4 Wochen. Die Betreiber erklärten, dass wir uns daran gewöhnen sollten.
Dass wir nachts nicht schlafen können, interessierte die Betreiber nicht.
Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen infolge des Brummens und Dröhnens in unserem Haus,
begleitet von unterschwelligen Pump- und Ventilator Geräuschen führte zu weiteren folgenden
gesundheitlichen Beeinträchtigungen:
– starke Einschlafschwierigkeiten (bis zu 2 Stunden)
– regelmäßiges erneutes Aufwachen nach kurzer Schlafphase (jeweils zwischen 02.00 und 03.00Uhr)
– erneute lange Einschlafschwierigkeiten
– Augenprobleme mit festsitzenden Kopfschmerzen
– Konzentrationsschwierigkeiten
– Angstgefühle und Depressionen
– Herzrasen
– morgendliche Übelkeit (insbesondere der Kinder)
– Tinnitus
Im anschließenden Herbst und Winter lief die Anlage weiterhin insbesondere Nachts nahezu ununterbrochen.
Wir stellten fest, dass bei Nebel die feuchtere Luft gepumpt und in der Anlage verdichtet werden
muss, was die Störungen in unserem Haus zusätzlich erhöhte.
Das von der Anlage hervorgehende Brummen geht durch und durch und wird bei Kontakt mit Gegenständen
(z. B. beim Liegen im Bett) größer. In Fachkreisen wird dies als Knochenschall bezeichnet.
Der Knochenschall als Folge tieffrequenter Schallbelastung versetzt einzelne Organe des menschlichen Körpers in Schwingungen und führt zu den gesundheitlichen Beeinträchtigungen, welche als Brummen, Dröhnen und Vibrieren einzelner Organe wahrgenommen werden. Der Austausch der Verglasung in den Schlafräumen als Sofortmaßnahme durch spezielle Schallschutzverglasung hat dabei keine Abhilfe geschaffen sondern eher das Gegenteil bewirkt. Normale Umgebungsgeräusche bleiben draußen und es werden nur die langwelligen tieffrequenten Geräusche gefiltert, welche durch alle Materialien gehen und sich zusätzlich in den Räumen in Form von stehenden Wellen aufbauen.
Wir konnten in Erfahrung bringen, dass die Luft-/Wasser-Wärmepumpe nicht die benötigte notwendige Warm-Wasseraufbereitung für das nachbarliche Einfamilienhaus bereitstellen kann, im Klartext trotz Dauerbetrieb der Anlage wird bei den Betreibern das Wasser nicht warm.
Die massiven gesundheitlichen Beschwerden veranlassten uns zur Einschaltung der zuständigen Behörden wie Bauaufsicht, Umweltämter etc. Wir durften erfahren, dass die Vertreter der Behörden der Problematik aus dem Weg gehen und uns regelrecht in den Rücken fielen. Zu unserem Erstaunen, eines vereinbarten Ortstermins wurden zunächst die Betreiber informiert und aufgesucht. Diese konnten sich so gezielt auf den Termin vorbereiten und ließen die steuerbare Anlage, welche vor unseren Fenstern im regulären Betrieb deutlich über 40 dB(A) erreichte so in einer unteren, kaum hörbaren Leistungsstufe den Behörden vorführen.
Da auch sehr großzügige finanzielle Angebote an die Betreiber erfolglos blieben, wurde notgedrungen der Rechtsweg eingeleitet und durch sehr aufwendige Dauermessungen durch nach BImSchV zugelassene Institute untermauert. Die Ergebnisse der Dauermessungen belegten den störenden Anlagenbetrieb eindeutig als gesundheitsbeeinträchtigend. Infolge des Rechtsstreits sahen sich die Betreiber in der Verpflichtung zur Drosselung der Luft- /Wasser-Wärmepumpe, unter massiver Beteiligung des Herstellers, welcher um sein Image fürchtet.
So erfolgten Änderungen an der Luft-/Wasser-Wärmepumpe in der Form, dass fortan die Anlage etwas leiser war, aber das Dröhnen in unserem Haus spürbar länger andauerte.
Der Clou des Herstellers dabei mit einer Vielzahl von Besuchen des Werkskundendienstes führte dazu, dass die Anlage gezielt und temporär per Softwaresteuerung in einen Vorführzustand, welcher sich innerhalb der Grenzwerte bewegt, versetzt werden kann, so wie bereits den Vertretern der Fachbehörden vorgeführt. Dass dieser Vorführzustand nicht die notwendige Energieversorgung bereitstellt, ist dabei sekundär, denn es geht Hersteller und Betreiber einzig und allein darum die Anlage Dritten vorführen zu können.
Im Regelbetrieb wird die Anlage dann wieder so weit wie möglich hochgefahren. Um die Problematik mit der nicht funktionierenden Brauchwassererwärmung in den Griff zu
bekommen, wurde die kontrollierte Gebäudelüftung zusätzlich mit einem Wärmerückgewinnungsaggregat /-kühlung